Tag 18 | 500 Worte | Zeit die wir uns rauben

Tag 18 | 500 Worte | Zeit die wir uns rauben

Tick Tack, die Zeit steht nicht still, das wissen wir alle. Auch heute wieder ist sie bei mir wie im Flug vergangen. Nicht zuletzt deshalb, weil ich noch einige Stunden länger im Büro war.

Das Ganze hat sich dahingehend für mich gelohnt, dass ich nun ein kleines bisschen mehr über „Drupal“ weiß. Und einen erfolgreichen Abend im Kreis der Kollegen hatte. Und wieder schreit ein Stimmchen „Work-Life-Balance!“

Jedoch soll es gar nicht so sehr um die Arbeit gehen. Denn Jess hat dieser Tage ein Thema angerissen, welches ich ebenfalls sehr spannend finde und auch schon das ein oder andere Mal durchdacht habe. Nicht zuletzt deshalb, da ich immer wieder an die Grenzen meiner Zeit komme und dies mit weniger Schlaf „auffange“.

Warum vergeht die Zeit immer schneller, je älter man wird?

Als Kind war die Welt einfach. Essen, Schlafen, Abenteuer. Im Grunde war der ganze Tag mit tollen Dingen gefüllt und von Start bis Ende nur Spaß. Alle haben ihr Bestes getan, damit mein Tag möglichst einzigartig wird.

Dann kam die Schule, und mit ihr die ersten Verpflichtungen. Da waren so Dinge wie Hausarbeiten oder Hausaufgaben. Bei den täglichen kleinen Verpflichtungen fand man schnell Wege, sich dieser zu entledigen oder sie zumindest auf ein Minimum zu reduzieren. Und auch heute seh ich noch genug Schüler im Bus und an den Haltestellen, die kurz vor knapp ihre Hausaufgaben erledigen oder abschreiben.
Hingegen waren Hausarbeiten Aufgaben, die es allein zu erfüllen galt – ohne Wenn und Aber. Waren diese kleinen Verpflichtungen getan, konnte man wieder die Welt entdecken.

Manchmal kam meine Mum auf die Idee, ich könne noch etwas einkaufen gehen, aber das war es dann im Grunde auch schon und mir blieb jede Menge Zeit für mich.

Und heute?

Jeder, der in den eigenen vier Wänden lebt, verbringt einen Teil damit, diese auch in Schuss zu halten. Ebenso will die Wäsche gewaschen werden, denn neukaufen ist auf Dauer kein tragfähiges Konzept. Bevor ich nun die kleinen alltäglichen Aufgabengeplänkel aufliste, die wir alle kennen, kürze ich dies auf „den eigenen Haushalt führen“ zusammen. Und allein da liegt ein großes schwarzes Loch für unsere Zeit. Vermutlich sagt nun manch einer, so viel ist das doch gar nicht. Ich sage, es kommt ganz drauf an.

  • Kochst Du oder bestellst Du Dein Essen?
  • Bist Du eher ordentlich und gründlich oder darf es auch mal nach „hier lebt jemand“ bei Dir aussehen?
  • Hast Du Haustiere?
  • Hobbys, die Zeit „fressen“, dafür im positiven Sinn

All diese kleinen Dinge, die wir uns in unser Leben holen und als Wohlfühlfaktoren definieren, werden mit der härtesten Währung bezahlt. Zeit.

Und wo ich als Kind noch einfach spielen gegangen bin, da geh ich heute arbeiten. Auch seh ich meine Kollegen mit Sicherheit öfter und länger als Freunde. Da ist es doch gut, dass ich im besten Team der Welt arbeite.

Im Grunde ist es ganz einfach zu erklären, wo die Zeit hingeht.

Und wie kann man es besser machen?

Zunächst einmal ist die Frage, was ist denn besser? Weniger arbeiten gehen? Weniger Haushalt führen? Beides Dinge, die irgendwann zu Konflikten mit den eigenen Sicherheits- und Wohlfühlfaktoren führen.

Ich für meinen Teil versuche in der Tat dahin zu kommen, dass ich weniger Haushalt in meinem Leben habe und dafür wieder mehr Zeit so verbringe, wie ich es als Kind getan habe. Mit jeder Menge Spaß.

Dabei bin ich selbst in der guten Situation, dass mir meine Arbeit auch wirklich Freude bereitet. Und ich daher nicht das Gefühl habe, acht oder neun Stunden am Tag mit Dingen zu verbringen, die mir nichts bringen als etwas Schmerzensgeld am Ende des Monats. In der Tat, und ich sag’s gerne und immer wieder, habe ich ein bezahltes Hobby.

Und doch nie wieder Kind

Leider gibt es einen Punkt, den werde ich nie wieder bekommen, und das ist der, dass alle um mich herum dafür sorgen, dass jeder Tag ’ne kleine Party wird. Zugegeben, das wäre mir auch zu viel des Guten, denn ich schätze Zeit, in der ich mich einfach zurückziehen kann, inzwischen sehr.
Auch werden meine Eltern keine meiner „organisatorischen Aufgaben“ übernehmen. Stichwort: Steuererklärung, Finanzkram, Versicherungen. Alles kleine Zeitfresser. Alles Dinge, die mir das Leben ein kleines bisschen schwerer machen.

Dahin geht sie, unsere Zeit.

Und weil das alles so ist, freu ich mich auch schon auf das Buch: Einfach liegen lassen: Das kleine Buch vom effektiven Arbeiten durch gezieltes Nichtstun und hoffe, dass der Inhalt hält, was der Titel verspricht. Vielleicht räum ich dann nie wieder auf.

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