Tag 29 | 500 Worte | Es grüßt der Herr Pareto

Tag 29 | 500 Worte | Es grüßt der Herr Pareto

Bei verschiedenen Projekten oder alltäglichen Aufgaben stelle ich oft fest, dass ich anfangs schnell voran komme, und um so näher ich dem Ende komme desto langsamer werde ich. Nicht etwas weil meine Kraft oder Arbeitswille nachlässt, sondern weil die es kleinteiliger wird. Die Details sind oft sehr arbeitsintensiv und manchmal auch nervig. Und so bewege ich lieber die großen Brocken statt im Sand zu wühlen.

Ein paar Beispiele gefälligst? Beim erstellen einer Website ist schnell klar wie sie aussehen soll. Das Content Management System wird installiert. Das Design wird definierten Vorgaben umgesetzt. Zunächst die groben Strukturen und alles geht in großen Schritten voran. Inhalte werden evtl. eingepflegt. Und dann gehts an die Details. Bilder platzieren, hier und da ein paar Pixel hoch – runter – rechts – links – oder doch wie es war. Damit kann man statt Stunden Tage zubringen.

Das Bad will geputzt werden. Schnell ist alles bei Seite geräumt, eingeschäumt und abgewischt und dann gibt es hier, da und dort noch so Kleinigkeiten, Winkel, Kanten und hartnäckige Kalkränder und dann hängt man da gefühlte ewigkeiten dran. Und garantiert findet man noch eine Ecke mehr. Dabei hatte man einen großteil der Arbeit schon vor Stunden fertig.

Freunde kommen zum Essen. Einkauf, kochen aufräumen evtl. Deko. Schnell ist der Tag vielleicht auch mehr rum. Es klingelt, sie sind da, und dann nach ein paar Stunden ist der zauber vorbei.

Und dann gab es da einen schlauen Menschen: Vilfredo Pareto.

Er hat herausgefunden dass viele dieser Dinge einem bestimmten Muster folgen. Nämlich:

80 % Des Aufwands schafft man in 20% der Zeit, und die letzten 20% Aufwand benötigen 80% der Zeit.

Dabei ging es ursprünglich um die Verteilung von Einkommen. Inzwischen wurde das Pareto-Prinzip oder auch die 80/20 Regel auf viele andere Dinge unter anderem dem Zeitmanagement abgeleitet.

Ob man immer genau auf die 80/20 Verteilung kommt wage ich zubezweifeln. Darum geht es mir auch gar nicht. Wer sich damit genauer beschäftigen mag, findet bei Wikipedia jede Menge Formeln die zu allerlei Zahlenspiele einladen. Mir reicht dass einfach klar wird, ein großen Teil hat man schnell geschafft nur der Rest, der dauert.

Unbewusst habe ich schon sehr oft nach diesem Prinzip gehandelt wie oben kurz beschrieben. Grundsätzlich bin ich ein Freund der 80%. Neben der Zeit kann man auch gern man noch Nerven oder Geld sparen. Was nicht heißen soll dass ich die Details verachte, aber ich versuche mich dann um die Details zu kümmern wenn es Sinn macht.

Z.b. wäre es sehr vorbildlich immer über die Heizung zu wischen. Es reicht jedoch sehr sicher auch wenn dies nur einmal im Monat passiert. Zumal diese so wie so hinter einer Tür verborgen ist.

Allerdings muss man hier auch sehr aufpassen dass es nicht zur Entschuldigung für Bequemlichkeit wird.

Beim Lesen und Hören des Buches „Die 4 Studnen Woche“ wurde mir das Prinzip vor Augen geführt. Bisdahin war es unbewusst dass mein Handeln oft davon geprägt war.
Aktuell beachte ich diese Regel zwar mehr, richte jedoch mein Leben nicht darauf aus. Das wäre mir zu anstrengend.

Jedoch der im Buch angesprochene Punkt, seinen zeitlichen Einsatz zu minimieren, und so „mehr Leben“ zu bekommen ist durch aus gut und sinnvoll. Sei es fürs eigene Leben oder Projekte in denen man beteiligt ist.

Und so wirkt es manchmal Wunder wenn man einfach mal hinterfragt, ob es sich lohnt die letzten 20% des Weges noch zu gehen oder ist das Zeit und Energie die man an anderer Stelle besser einsetzen kann. Sei es für das Projekt, den Kunden oder die eigene Work Life Balance.

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