Was ist Persönlichkeitsentwicklung

Seit einigen Jahren beschäftige ich mich mit diesem Thema, behaupte ich wenigstens. Und so war ich überrascht, als Julian bei Facebook allgemein diese Frage stellte und es mir doch sehr schwer gefallen ist, eine kurze Antwort darauf zu finden.

Denn bei genauer Betrachtung ist die Antwort doch in der Frage versteckt. Die Entwicklung der eigenen Persönlichkeit. War doch einfach, oder?

Ganz so einfach ist es irgendwie nicht. Das haben auch die Antworten unter seiner Frage gezeigt. Es ist ein bisschen wie: Frag vier Personen und erhalte fünf Antworten.

Und so richtig wollte mich diese Frage auch nicht los lassen. Daher habe ich beschlossen, ich werde ein paar Worte über dieses Thema schreiben. Hinzu kommt, dass ich mir und dem Bloggen eine ernste Chance geben möchte. Somit geht es heute um die Fragen: Was verstehe ich unter Persönlichkeitsentwicklung? Wie bin ich dazu gekommen? Warum ist das so spannend für mich? Das und vielleicht noch mehr möchte ich in diesem Beitrag mit Dir klären.

Das sagt das Internet über Persönlichkeitsentwicklung!

Inzwischen ist es mir zur Gewohnheit geworden, einmal zu gucken, was die anderen dazu sagen. Normalerweise lande ich so zunächst bei Wikipedia. Zu meiner Überraschung hat Wiki dieses Mal keine Antwort für mich. Und so bleibt es bei einem Artikel zum Thema Persönlichkeit.

Der Begriff Persönlichkeit hat die Individualität des Menschen zum Gegenstand und die Fragestellung, hinsichtlich welcher einzigartigen psychischen Eigenschaften sich Menschen von anderen unterscheiden. […]Wikipedia

Dieser gibt dennoch ein paar paar Hinweise darauf, weshalb auch bei Facebook die Antworten in unterschiedliche Richtungen gegangen sind.

Das verstehe ich unter Persönlichkeitsentwicklung!

Wenn ich so etwas wie einen Leitsatz formulieren sollte, dann würde dieser so lauten:

Die eigenverantwortliche Entwicklung der eigenen Persönlichkeit, unter Berücksichtigung der Interessen und aktuellen Lebenssituation!

Woa, klingt ja fast wichtig! Gehen wir mal ins Detail.

Warum eigenverantwortlich?

Na ganz einfach, weil der Antrieb dazu von mir selbst kommt. Früher, als ich noch jung war, so richtig jung, da haben meine Eltern, Erzieher, Lehrer oder Ausbilder dieses Thema für mich übernommen. Sie haben mir: – gesagt, was ich tun soll, – gesagt, was ich lernen soll, – erklärt, was gut oder nicht so gut ist, – ihre Werte vermittelt, – ihre Glaubenssätze „aufgedrückt“. ;)

Zugegeben, je älter ich wurde, umso geringer wurde der Einfluss dieser Menschen. Andererseits nehmen die meisten Menschen in meinem Umfeld Einfluss auf mich. Ob ich Bus fahre, die Mittagspause mit Kollegen verbringe, mich mit Freunden treffe. Ob ich ein Buch oder in sozialen Netzwerken lese. Alles – mit wem oder womit ich interagiere – nimmt Einfluss.

Somit kann ich auch sagen: Persönlichkeitsentwicklung passiert immer und jedem. Nur ist das dann so zielgerichtet wie ein Stück Treibholz auf einem Fluss.

Irgendwann wollte ich mehr. Mehr Kontrolle über mich und mein Leben. Nicht die Art von Kontrolle, wenn ich einkaufen gehe und entscheide, wie viel Milch ich einkaufe. Sondern: – Was ich lerne. – Welche Erfahrungen ich mach. – Wie sich mein Leben gestaltet. – Welche Menschen mich wie beeinflussen können. – Was mein Weg sein kann. – Mit welcher Einstellung ich durchs Leben gehe. – Wie ich mich fühle.

Das sind die Dinge, die mir spontan eingefallen sind. Bei Dir liest sich diese Liste vermutlich ähnlich, aber anders. ;)

Das Entscheidende dabei: Jeder bestimmt selbst!

Persönlichkeitsentwicklung ist Luxus

Vielleicht fragst Du Dich gerade, wie es sein kann, dass ich behaupte, Persönlichkeitsentwicklung ist Luxus, da ich eben noch sagte, dass sie in irgendeiner Form immer und jedem passiert.

  • Was glaubst Du, wie viel Freizeit Eltern mit mehreren Kindern haben?
  • Was glaubst Du, wie viel Freizeit jemand hat, der sich mit mehreren Jobs über Wasser halten muss?

Ich weiß, die beiden Beispiele sind sehr schwarz/weiß. Trotzdem wird deutlich, Zeit ist ein entscheidender Faktor. Und Zeit zu haben, Freizeit, ist purer Luxus.

Schaffe Dir Zeit und entscheide, wie Du sie nutzen möchtest!

Glaubenssätze, Motivation, Willenskraft, Disziplin und Fokus

Also beim Buzzword-Bingo wär ich schon mal ganz vorn dabei!

Trotzdem braucht es von all dem etwas. Motivation allein ist nett. Mir gefällt der Gedanke einen 10 km Lauf in einer super Zeit hinzulegen. Und wenn ich mich da so reindenke, dann bin ich sehr motiviert! Trotzdem bekomm ich mein Hintern nicht hoch. Denn ich bin davon überzeugt, laufen liegt mir überhaupt nicht und deshalb bin ich nicht bereit, die nötige Willenskraft aufzubringen und zu tun, was nötig wäre: laufen. Und die kleinen 100 Meter Sprints mit meinem Hund nähren diesen Gedanken super. Er so: Weiter! – Ich so: Luft? …

Und so oder so ähnlich geht es vielen anderen Menschen. Sie lieben die Idee, sind einen Moment lang hoch motiviert und wollen morgen damit beginnen. Morgen!

Und ob es sich dabei um Sport, Lesen oder den nächsten Tanzkurs handelt spielt dabei keine Rolle. Deine Gedanken bestimmen bestimmen Deinen Erfolg!

Ob du denkst, du kannst es, oder du kannst es nicht: Du wirst auf jeden Fall recht behalten.Henry Ford (1863-1947)

Lesen war bei mir früher auch so ein Thema. So spannend wie Fußpilz. Es macht mir auch heute nicht so viel Spaß. Trotzdem, ich mag es mich mit neuen Wissen zu versorgen und es zu nutzen. Und so habe ich das Lesen inzwischen für mich ganz gut hinbekommen. Angefangen mit dem Ziel ein Buch pro Monat wurden es schnell mehr. Es ist nicht immer einfach, besonders wenn die Bücher schwierig sind. Dann hilft mir nur Disziplin und das Ziel im Blick behalten.

Und wenn ich mich jeden Tag daran messen würde noch zwölf oder 18 Bücher lesen zu wollen, dann hätte ich gar keine Lust mehr. Jeden Tag 30 Minuten sind easy! Jeden Tag ein Erfolg! – Das ist zufällig die Zeit dich fast jeden Tag garantiert in öffentlichen Verkehrsmitteln verbringe.

Mit genug Zeit und Energie wird es Dir gelingen an Dir zu arbeiten. Das wird nicht jeden Tag einfach werden vielleicht noch nicht einmal Spaß machen. Denn eine Weiterentwicklung geht oft mit neuen Gewohnheiten einher. Und die sind sind für das Gehirn so gar nicht sexy. Sie bedeuten Anstrengung. Und meist sind besonders die positiven Gewohnheiten eher unbequem.

Als ich begonnen habe jeden Tag 10.000 Schritte zu laufen, war es mehr als nur eine lustige Idee die in einer Sylvesternacht entstanden ist. Neben dem täglichen ich will das schaffen habe ich mir Systeme zurechtgelegt, die es mir erleichtert haben. – Bestellungen zur Packstation + 3k Schritte, wenn es etwas abzuholen gab. – Eine Haltestelle früher aussteigen – Während der Wartezeit in Bewegung bleiben – Hörbuch + spazieren gehen (Ziele verknüpfen) – Statt Wocheneinkauf nur für 2-3 Tage planen – Allen Menschen davon erzählen und sie zu Verbündeten machen, die mitmachen oder wenigstens immer wieder fragen. Jetzt wollte ich gar nicht mehr sagen, dass ich aufgegeben habe. – Realistisch planen statt jeden Tag mit dem Durchschnitt arbeiten. Für den Kinobesuch mit nur 6k Schritten gab es einen Spaziergang zum See und zurück, was dann schnell 18k Schritte waren.

Und ich wette mit Dir, so etwas lässt sich für jedes Ziel gestalten. Inzwischen habe ich einen Hund und finde die 10k Schritte eher lächerlich wenig. ;) Es braucht eben nur den richtigen Partner!

Wie bin ich dazu gekommen, mich mit Persönlichkeitsentwicklung zu beschäftigen?

Mein Einstieg war irgendwie klassisch. Die “Vier-Stunden-Woche”. Allerdings habe ich es damals noch nicht verstanden. Ich fand es einfach nur spannend.

Der eigentliche Schlüssel war das Buch „Der Weg zum erfolgreichen Unternehmer“. Dort wurde es zum ersten bewusst thematisiert, die Arbeit an sich selbst. Persönlichkeitsentwicklung. Und neben dem Umstand, dass ich das Buch selbst einige Male gehört/gelesen habe, habe ich nach und nach die Quellen des Buches auch gelesen.

Und eine der spannendsten in dem Zusammenhang war das „Grenzenlose Energie – Das Powerprinzip: Wie Sie Ihre persönlichen Schwächen in positive Energie verwandeln“ von Anthony Robbins. Allerdings hat es mich auch Monate gekostet, mich durch dieses Buch zu arbeiten. Es war das erste Buch was ich nicht nur gelesen, sondern wirklich durchgearbeitet habe. Das allein ist auch ein Schlüssel zum Erfolg. Lesen, glauben zu verstehen und bei Seite legen ist das eine. Anders ist es, ein Buch zu lesen, sich dazu Notizen machen und/oder Markierungen im Buch setzen, ggf. Passagen oder alles noch einmal lesen.

Ab da wurde die Liste der Bücher, die ich lesen wollte, länger. Bald traten Podcasts auf den Plan. Audible war eh schon am Start.

Und so wurde ich immer wieder mit den mehr oder weniger schlauen Inhalten der Bücher konfrontiert. Auch im Internet wurde dieses Thema immer populärer. Naja vielleicht war es das auch schon immer und nur meine Wahrnehmung und Gewohnheiten dazu haben sich verändert, das kann ich nicht sagen.

Meine Motivation, mich mit Persönlichkeitsentwicklung zu beschäftigen!

Zum Teil habe ich darüber in meinem Warum schon geschrieben. Ich habe Spaß daran zu lernen, Neues entdecken. Okay, mehr auf Wissensebene als die Welt zu erkunden. Die Welt, meine Welt, besser zu machen. Und damit auch automatisch die Welt für alle um mich herum.

Seit ich mich aktiv mit mir und meiner Entwicklung beschäftige, haben siche einige Bereiche meines Lebens für mich spürbar verbessert. Auch haben mir andere Menschen um mich herum gesagt, dass sie eine positive Veränderung an mir bemerkt haben. Früher war lernen, solange der Anstoß von mir selbst kam etwas Gutes. Ist es auch heute noch, doch inzwischen habe ich verstanden, dass ich besser lernen kann, wenn ich neben dem Kopf auch dem Körper etwas zu tun gebe.

Auch habe ich verstanden, dass neben dem ganzen Tun, Pausen etwas Wichtiges sind. Das Gehirn ist auch irgendwie ein Muskel. Und Muskeln entwickeln sich in den Pausen. Ganz davon ab, dass auch Zeit zur Regeneration benötigt wird.

Ich vertraue meinem Bauch mehr als meinem Kopf. Vermutlich die größte Änderung, da ich früher die Dinge gern zerdacht habe. Das Resultat war ein konsequentes Nichtstun. Denn ich habe mich mit Problemen beschäftigt, die es noch gar nicht gab. Gut, es gab sie dann auch nicht. ;)

Mehr schlafen heißt mehr schaffen. Zu oft, und auch heute noch, verfalle ich dem Wunsch noch diese eine Sache abzuschließen, zu lasten der Zeit, die ich schlafe. Und diese kleinen sich meist summierenden Schlafdefizite mindern meine Leistungsfähigkeit.

Und damit beende ich das Thema für heute auch. Die schon angesprochenen Punkte, so wie ein paar weitere werden hier sicher in der ein oder anderen Form wieder auftauchen. Versprochen!

Mein Dank gilt Julian, da er mich dazu verleitet hat diesen Beitrag zu schreiben.

Sich selbst bewusst sein.

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